Ein Monat Italien

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Ein Monat Italien

Nun sind wir genau einen Monat hier in Cavandone. Wie die Zeit verging. Und es gab aufregende Dinge. Wie zum Beispiel, dass wir den Notartermin verschieben mussten, da der eine Immobilienmakler sich einfach nicht rührte mit gewissen Informationen und es dann einfach alles zu eng wurde. Wir haben viel gelernt. Gut auf uns und unsere Bedürfnisse zu achten und diese auch zu kommunizieren. Wir haben gelernt, dass man hier Eigentum mit einem Verrechnungsscheck kauft. Man kann auch überweisen, aber es ist üblich, es mit einem Verrechnungsscheck (assegno circolare) der Bank zu machen. Ich kenne es noch von früher, aber heutzutage machen es in Deutschland außer die Versicherungen wohl keiner mehr. Anders als in Deutschland ist hier die Eigentumsübergabe direkt am Notartermin. Also deswegen muss auch alles, sprich auch das Finanzielle direkt abgewickelt werden. Das geht mit Sofortüberweisungen, aber eben üblich ist der Verrechnungsscheck der Bank. Wir haben hier ein paar Tage vor dem Notar Termin ein italienisches Bankkonto eröffnet. In Deutschland sind wir bei der GLS Bank. Den Luxus einer Bank vor Ort, die auch noch dazu EXTREM hilfsbereit ist, sogar das Online Banking auf dem Handy eingerichtet hat, kennen wir so gar nicht mehr. Der Bankangestellte namens Marco (alles per Vorname und dennoch sehr höflich) sagte, dass die Menschen eh wieder kämen und es allein nicht geschafft hätten, dann kann er es auch gleich erledigen. So nett. Das nenne ich Service! Ich brauche ihm auch nie meinen Namen oder die Konto Nr sagen, er hat alles im Kopf. Das gäbe es wohl gar nicht mehr in Deutschland…oder? Kennst du das so? Ich nicht. Ich bin immer wieder baff, wie nett und eben auch serviceorientiert die Menschen hier sind. Aber ich glaube, dass sie es nicht, wie die Amerikaner, sondern wirklich aus Leidenschaft am Menschen sind. Jedenfalls finde ich, dass Marco aus unserer Bank das auf jeden Fall ist. Und er heißt, wie mein Sohn, das sagt auch einiges aus – Zwinker!

Nun haben wir das mit dem Haus und der Garage soweit abgewickelt und nun ging es letzte Woche um die Anmeldung hier vor Ort, sprich das Anmelden des Wohnsitzes. Wir zogen eine Nummer und waren binnen einer halben Stunde dran. Die Damen saßen hinter Glas an Schaltern, so wie früher bei den Banken. Die uns zugeteilte Dame konnte kein Englisch oder Deutsch, wir nicht genügend Italienisch, aber sie fragte gleich ihre Kollegin, die uns dann sehr lieb geholfen hatte. Wir müssen jeder mindestens 8.975,46€ auf einem Konto haben und vorweisen. Dann müssen wir eine private Krankenkasse für 12 Monate in Italien nachweisen. Den Notarvertrag oder einen Mietvertrag und ein langes Formular mit den persönlichen Daten und ach ja, natürlich den Codici Fiscale, ohne den hier in Italien ja eh nix geht. Hatte ich schon im Juni erwähnt. Wir sind erstmal wieder nach Hause gefahren. Das mit der Krankenkasse wussten wir nicht. Aber wir haben durch Giovanna eine sehr liebe Frau kennengelernt, die in einer Versicherung tätig ist und bei ihr jetzt eine private Krankenkasse für ein Jahr abgeschlossen. Sie kostet für uns beide 230,00€ im Monat und deckt das Minimum ab. Also haben wir jetzt alles zusammen und werden die Tage wieder hingehen und uns anmelden. Ich werde berichten.

Mittlerweile habe ich beschlossen, da mir das Wandern so gut gefällt, zusammen mit Giovanna und Alessandra den englischen Camino von Ferrol nach Santiago zu laufen. Vor ca 15 Jahren habe ich das Buch von Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg“ gelesen und gleich anschließend auch das Hörbuch, weil ich Hape einfach so gern habe. Seit dem und eigentlich schon davor, denn ich habe auch ein Buch von Shirley McLaine vor noch längerer Zeit gelesen und bin seither immer hin- und hergerissen. Einerseits finde ich den Hype darum doof, aber anderseits reizte es mich auch immer wieder. Der große Weg war und ist zu anspruchsvoll für mich – zumindest im Moment noch. Aber der englische Weg, den werde ich nun im November (viel Regen) gehen. Nun wandere ich fast jeden Tag gemeinsam mit meinem Mann und dem Hund. Unterschiedliche Strecken, mal anspruchsvoll, mal entspannter. Ein paar Tage lag ich flach, nun muss ich erstmal langsam wieder starten, aber ich habe mir 3-5 km täglich vorgenommen. Die richtige Kleidung ist natürlich auch so ein Thema. Aber was einfach grandios ist, dass wir hier das allerbeste „Trainingslager“ haben. 

Anfang Oktober wird Tetje unsere restlichen Sachen per LKW hier her fahren. Das wird noch mal eine große Aktion. Wir werden alles in die hiesige Garage lagern, bis wir Ende Oktober, Anfang November einziehen können. 

Hier ist mittlerweile der Herbst eingekehrt. Die Blätter lösen sich von den Bäumen und es regnet viel. Die Natur braucht es und es ist kuschelig zu Hause. Viel Zeit zum Lesen und um kreativ zu sein.

Ich sende dir liebste Grüße aus Cavandone!

Hier noch mal ein paar Bilder, die Esel habe ich heute Morgen mit Tetje und Heini besucht.

Bei dem Einwohnermeldeamt in Verbania/Intra:

Hier ein kleiner Einblick in meine kreative Phase mit dem iPad: